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14 Mai 2014

Die Pazifistin und der Soldat - eine wahre Begegnung

Brittas politische Einstellung ist links. Sie sei Pazifistin, sagt sie. Ihr verstorbener Vater erlebte als Kind den Schrecken der brutalen Besatzung seiner griechischen Heimatinsel Kreta im II. Weltkriege. Er sah erschossene Zivilisten, musste Zwangdienste für die Wehrmacht verrichten. Er erzählte viel davon. Seine Erlebnisse prägen Britta.

Mit dem vom ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler formulierten "freundlichen Desinteresse" kann Britta wenig anfangen. "Desinteresse kann nicht freundlich sein." Interesse allerdings ist auch nicht unbedingt freundlich geprägt. Britta interessiert sich, steht Einsätzen der Bundeswehr aber kritisch bis ablehnend gegenüber.

An der Uni habe es quasi zum guten Ton gehört, gegen Uniformen zu sein, erzählt die zierliche Frau mit kurzen Henna-roten Haaren. Soziologie hatte sie studiert. Sich in der BAFöG- und Sozialberatung des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (ASTA) engagiert, dem an den meisten Hochschulen eher links geprägten Selbstverwaltungsorgan der Studierenden. "Die meisten Kommilitonen waren links, das hat meine Einstellung gefestigt."

"Soldaten? Die haben wir als Leute wahrgenommen, die Krieg machen." Also hieß die Lösung 'keine Soldaten'. Kein Militär, kein Krieg. Einfache Logik. Geld sollte nicht für Militär, sondern für den Ausgleich zwischen Arm und Reich, zwischen wohlhabender und "Dritter Welt" ausgegeben werden. Gerechtigkeit finanzieren, nicht Tod und Verderben.

Britta liebt Motorräder, fährt eine schwere BMW. Sieht man sie auf der Sitzbank über den seitlich hervorragenden Zylindern des großvolumigen Boxermotors thronen, befürchtet man unwillkürlich, der Fahrtwind könne die schlanke Frau von der Maschine wehen.

Dass ihr Interesse für schwere Bikes ihr eine Begegnung bescheren würde, wegen der sie Pakete nach Afghanistan schicken würde, hätte Britta wohl niemals gedacht.

Dass das Interesse für schwere Bikes ihr einen guten Freund bescheren würde, für den sie Pakete nach Afghanistan schicken würde, hätte Britta wohl niemals gedacht.
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